Lisa Glauber

 Lisa wurde 1935 in Innichen in der Provinz Bozen geboren zu jung, um sich an die dramatischen Ereignisse, welche dem 2. Weltkrieg vorausgingen, der Grund, warum die Familie Südtirol verlassen mussten,  und dem Krieg selbst zu erinnern. Es waren schwierige Jahre für ihren Vater und die Unda Radio, welche von ihm 1925 in Toblach gegründet worden war und 1940 wegen der politischen Geschehen nach Como übersiedeln musste.

Lisa verbrachte eine glückliche und sorgenlose Kindheit in Toblach und später in Como, wo sie das Klassische Lyzeum  besuchte. Trotzdem zog sie den Sport, vor allem Basketball und Skifahren, das sie mit ihren Brüdern und Freunden auf den Bergen um Como und in Toblach ausübte, dem Studium vor. Nach einer Jugend, die sie in einer ruhigen und beschützenden Familie verbracht hatte, hat sie unvorhersehbare Entscheidungen getroffen, noch bevor sie die notwendige Reife dazu hatte: Sie heiratete einen Amerikaner und zog 1958 nach New York um, wo sie, glücklicherweise, ihre Studien wieder aufnahm und mit einem Diplom in Ernährungswissenschaften abschloss.

Dieses Diplom ermöglichte sie einen sehr interessanten, von  der Amerikanischen Regierung in Auftrag gegebenen Job, welcher darin bestand, Recherchen über den Gesundheitszustand der ärmsten Bevölkerung in der Stadt New York durchzuführen. Diese Untersuchungen wurden später in 10 weiteren Staaten der USA wiederholt.

Nach einer weiteren Heirat 1971 war sie nach Italien zurückgekehrt und arbeitete in der zweiten Firma ihres Vaters, der Inelco Spa. Leider hatte sie nicht die Möglichkeit mit ihm zusammen zu arbeiten, da er bereits 1966 verstorben war.

1978 zog Lisa wiederum in die USA, dieses Mal nach Kalifornien, um ihrem zweiten Mann, einem Agronom mit Triester Ursprüngen, zu folgen. Gemeinsam führten sie einen landwirtschaftlichen Betrieb mit ungefähr 3000 Hektar Land, wo man einen ganz anderen Typ von Landwirtschaft betrieb als in Italien.

Es folgte eine Aufgabe in einer Organisation, welche Obdachlose, Drogenabhängige und minderbemittelte Familien, deren Anzahl in einem Land, das generell als reich betrachtet wird, sehr hoch ist, aufnahm. Durch diesen Umstand lernte sie das wahre Gesicht Amerikas kennen, welches viel weniger bekannt, aber genauso real ist.

Lisa blieb 26 Jahre lang in Kalifornien, bis sie nach dem Tod ihres Mannes nichts mehr mit diesem Land verband. So schloss sich, mit ihrer Heimkehr, der Zyklus von unvorhersehbaren Entscheidungen ihres Lebens. Es war 2004, als sie nach Como zurückkehrte, um in der Nähe ihrer Familie zu leben.

Die erste Idee war, einen Radioapparat der Unda für jeden ihrer Neffen zu suchen. (Aufgrund verschiedenster Ereignisse, nicht zuletzt auch wegen der zahlreichen Umzüge, besaß keiner von den Kindern von Max einen vom ihm konstruierten Radioempfänger). Das führte sie dazu, eine Welt zu entdecken, von der sie nicht glaubte, dass sie existieren würde: Die Welt der Radiosammler. Sie erkannte dadurch das große Interesse, das für diesen Betrieb immer noch bestand und die tiefe Achtung, die ihm bis heute entgegengebracht wird. Dies führte zur logischen Folgerung eine Internetseite, welche der Unda Radio gewidmet ist, zu realisieren.

Das hauptsächliche Anliegen bestand darin, ihrem Vater Max Glauber eine Ehre zu erweisen, um die Erinnerung an ihn aufrecht zu erhalten und gleichzeitig den zahlreichen Radioliebhabern, einen direkten Zugang zur Geschichte und den Begebenheiten einer der ersten Radiofabriken Italiens anzubieten. Während einer besonders wichtigen Zeitspanne in der Geschichte Italiens, durch viele Jahre und viele Schwierigkeiten hindurch, hinterließ die Figur eines Radiopioniers, welches ihr Vater einer war, in der Erinnerung seiner Angestellten und im Herzen von Sammlern und Liebhabern ein ausgezeichnetes Andenken und große Dankbarkeit. Ein Teil von Geschichte, der es sicherlich verdient hat, erhalten und überliefert zu werden.

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